Mit Sicherheit ins Theatervergnügen: Der Spielplan für den Herbst unter Coronabedingungen steht jetzt.

Die vergangenen Monate waren hart und oft ernüchternd für das Theater Chambinzky. Bereits gestartete Produktionen mussten von einem Tag auf den nächsten abgesetzt, Proben abgebrochen und geplante Stücke ersatzlos aus dem Spielplan genommen werden. Plötzlich waren die Lichter aus. Doch die Theatermacher geben nicht auf. Sie passten ihre Spielstätte und den -betrieb den neuen Anforderungen an und stellten einen veränderten Spielplan auf:

 

 

  • Chaim & Adolf (Eine Begegnung im Gasthaus)
    Ein Kammerspiel mit doppeltem Boden, ein Stück mit Witz und Schwung und sehr gelungenen Charakteren von Stefan Vögel, Regie: Gwendolyn von Ambesser.Chaim Eisenberg, Israeli mit deutschen Wurzeln, kommt zum wiederholten Male zum Wandern in die Röhn. In dasselbe Dorf, in denselben Gasthof. Doch eines fehlt ihm: Ein adäquater Schachpartner. Laut Gastwirt Martin kommt dafür nur einer in Frage: der Bauer Adolf Oberhuber. Obwohl der Name bei Chaim Skepsis auslöst, lässt er sich auf die Schachpartie ein und Adolf entpuppt sich als kluger und schlagfertiger Partner mit Witz und Humor. Nach anfänglichen Reibereien nähern sich die beiden Männer einer Geschichte, die weit in der Vergangenheit liegt und sie mehr miteinander verbindet, als vor allem Adi wahrhaben will.  Mit dem gemeinsamen Spiel, welches von Gastwirt Martin aufmerksam verfolgt wird, beginnt gleichzeitig eine Spurensuche in die Vergangenheit. Verbindet die beiden etwa mehr als die Liebe für Springer, Bauer und König? Im Hintergrund erzählt Stefan Vögel, mit leichter, spielerischer Hand, eine einzigartige Liebesgeschichte in den Wirren des Zweiten Weltkrieges, die bis heute wirkt und in welche die beiden Schachspieler durch ihre Vorfahren verwoben sind. Dabei streift er auch mit leiser Klinge den latenten Antisemitismus der Nachfolge-Generationen.

    KuZu-Kellertheater
    Vorstellungen: 10. Oktober bis 14. November 2020

  • A long way down
    Schauspiel nach dem Roman von Nick Hornby, Übersetzung: Clara Drechsler und Harald Hellmann, Bühnenfassung: Bettina Wilts, Regie: Cornelia Wagner
    Silvester, auf dem Dach eines Hochhauses in London: Pech, dass gleich vier Menschen auf die Idee gekommen sind, sich dort das Leben zu nehmen. Da man sich schlecht umbringen kann, wenn einem andere dabei zusehen, steigt die seltsame Gruppe erstmal wieder vom Dach.Nach und nach erzählen sie sich ihre Geschichten. Da ist Maureen, deren Sohn Matty schwerstbehindert ist und die zuhause vereinsamt, da ist Martin, der berühmte Talkmaster, den nach einem Gefängnisaufenthalt niemand mehr auf dem Bildschirm sehen will. Jess, die aufmüpfige Tochter eines Politikers, pflügt seit dem Verschwinden ihrer Schwester wie eine explosive Flipperkugel durchs Leben, und JJ liefert Pizzen aus, seit seine Band sich aufgelöst hat. Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten – und so findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen.

    A Long Way Down wurde 2014 mit Pierce Brosnan und Toni Collette verfilmt.

    Großer Saal
    Vorstellungen: 15. Oktober bis 14. November 2020